Ziel des Projekts ist eine international vernetzte Publikations- und Dokumentenplattform als Serviceangebot an die mathematische Community.
Kernelement ist der Aufbau und das Angebot einer Plattform für einen Peer-Review OA-Publikationsprozess mathematischer Journale. Als technisches Rückgrat hierfür fungiert das "Open Journal System" (OJS). Sie soll integraler Bestandteil der fachlichen Digitalen Bibliothek eLibM werden, die ein umfangreiches Angebot an mathematischen Zeitschriften zur Verfügung stellt. Somit wird eine breite mathematikspezifische Infrastruktur aufgebaut, innerhalb der die speziellen Anforderungen für mathematische Publikationen und ihre Erstellung bereits im Produktionsprozess berücksichtigt werden.


Als Mathematik-spezifische Aspekte sind besonders hervorzuheben:

 

  • Die Möglichkeit TeX- bzw. LaTeX-Dokumente nahtlos integrieren, prozessieren und weiterzubearbeiten
  • Über die Verwendung von MathML kann nicht nur die korrekte Darstellung von Formeln in Browsern erfolgen, sondern auch die mathematische Formelsuche auf der Plattform ermöglicht werden. Für die reine Anzeige wird auch MathJax angeboten.
  • Speziell für Artikel, die Software beschreiben oder verwenden, bietet eine direkte Verlinkungsmöglichkeit der publizierten Artikel zu der verwendeten Software in swMATH einen einmaligen Service.


Flankiert wird diese Infrastruktur von optionalen Mehrwertangeboten seitens FIZ Karlsruhe, wie z. B. technischer und organisatorischer Support für die Nutzung der Plattform, Lektoratsarbeiten, Metadaten-Standardisierung, Reference Linking, Nutzungsstatistiken usw. Herausgeber haben die Wahl zur Nutzung dieser Dienste, bedarfsorientiert und individuell skalierbar, aber in der Regel gegen einen entsprechenden Kostenbeitrag. Es wird dafür ein Finanzierungsmodell entwickelt, das eine kostengünstige Betreuung und Nutzung sowie eine langfristige Verfügbarkeit der Plattform garantiert.


Zielgruppe sind im Wesentlichen mathematische Fachgesellschaften und andere akademische Herausgeber mathematischer Fachjournale – unabhängig davon, ob es sich bei ihren Veröffentlichungen um bereits als OA angebotene, neu zu gründende oder im Begriff der Transformation zu OA stehenden Publikationen handelt. Das Angebot ist ausgerichtet auf Produktion und Präsentation von Zeitschriften über den Goldenen Weg des OA. Besonders angesprochen werden sollen aber  Zeitschriften, die sich über institutionelle Subventionierung finanzieren, also für Leser und Autoren kostenfrei sind, wobei andere Finanzierungsmodelle wie moderate Article Processing Charges (APC) ebenso angesprochen werden.


Autoren profitieren in der täglichen Praxis durch Erleichterungen bei der Einreichung und Überarbeitung von Manuskripten sowie der Kommunikation. Import- und Exportfunktionen werden auf der einen Seite die nahtlose Datenübergabe zwischen der Plattform und gängigen Texterstellungssystemen ermöglichen. Andererseits soll es auch jederzeit für Autoren möglich sein, eigene Artikel inklusive standardisierter Metadaten zu Zwecken der Selbstarchivierung zu exportieren.


Herausgeber profitieren von klar strukturierten Abläufen und standardisierten Verarbeitungen in flexiblem Ausgestaltungsgrad – je nach Erfordernissen der Zeitschrift. Übersichtliche Kommunikationswege und jederzeit aktuelle und nachvollziehbare Produktionsstände sowie die Sicherstellung der formalen Qualität vervollständigen das Angebot. Die anschließende Veröffentlichung auch innerhalb einer renommierten digitalen Bibliothek wie der eLibM sichert die Archivierung und kann die besonderen Aspekte mathematischer Publikationen durch entsprechend abgestimmte Erschließung und Aufbereitung noch zusätzlich unterstützen.


Leser profitieren durch einen optimierten, barrierefreien und rechtlich eindeutigen Zugang zu fachlich relevanter, qualitätsgesicherter Information in der Breite und historischen Tiefe.


Im Rahmen des Projektes wird die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV) als Projektbeteiligte die Publikation ihrer „Documenta Mathematica“ auf die neugeschaffene Infrastruktur umstellen. 


Das Projekt wird in Abstimmung und mit Unterstützung von Fachgesellschaften und Herausgebern aus der mathematischen Community durchgeführt. Ein wissenschaftlicher Beirat berät und unterstützt das Projekt.


Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats:

Prof. Dr. Jürg Kramer (Vorsitzender)
Prof. Dr. Gert-Martin Greuel
Prof. Dr. Ari Laptev
Dr. Jiří Rákosník
Prof. Dr. Ulf Rehmann